Glaube und Hoffnung?

Wieder liegt ein neues Jahr vor uns. Vieles ist schon geplant und terminiert. Und doch ist alles letztendlich eine Sache von Glaube und Hoffnung.

Wenn es uns jedoch gelingt diese Hoffnung in Vertrauen und Zuversicht zu verwandeln, dann werden wir uns mit Freude, Mut und Ausdauer dem Ungewissen stellen, dann werden wir Problem als Chancen sehen, dann werden wir Herausforderungen annehmen und nach Lösungen suchen. Dann wird 2018 ein Jahr voller Glaube und Zuversicht!

Zur Einstimmung auf das neue Jahr möchte ich mit euch die Geschichte „Glaube und Zuversicht“ von Reinhold Hartmann teilen.

Glaube und Zuversicht

Maria saß entspannt auf ihrer Couch, legte die Hand auf ihren wohlförmigen Schwangerschaftsbauch und spürte, wie in ihm das neue Leben unruhig die Haut nach außen wölbte. Noch vor wenigen Tagen war sie, die Hochengagierte, in einen eng getakteten Berufsalltag eingebettet.
Jetzt war die Zeit gekommen, sich auf eine neue, bislang unbekannte Rolle vorzubereiten. War sie bislang gewohnt, sich Ziele zu setzen und Maßnahmen zu deren Erreichung festzuschreiben, so fühlte sie sich jetzt einem nicht planbaren, unsicheren Zustand ausgesetzt, den andere mit „guter Hoffnung“ umschrieben.
Sie bekam nichts von der Konversation der beiden in ihrem Innersten mit, die ebenso unsicher waren. Sie sollte Zwillinge bekommen, ein Mädchen und einen Jungen. Und diese hatten gerade ein interessantes Thema:

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragte der eine Zwilling.
„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden groß und stark für das, was draußen an der frischen Luft kommen wird“, antwortete der andere Zwilling.
„Ich glaube, das hast du eben erfunden!“ sagte der Erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – und wie soll denn „frische Luft“ bitteschön aussehen?“
„So genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein, wir werden das Licht sehen und vielleicht werden wir auf unseren Füßen gehen und mit unserem Mund tolle Sachen essen?“
„Schon wieder dieser esoterische Licht-Schwachsinn! Und wie willst du mit diesen schwachen Beinen herumgehen? Außerdem ist die Nabelschnur dafür viel zu kurz. Übrigens nährt uns die auch! Mit dem Mund essen, was für eine perverse Idee.“
„Doch, das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein.“
„Du träumst wohl! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von „nach der Geburt“. Mit der Geburt ist das Leben einfach zu Ende, Punktum! Man muss die Realitäten des Lebens einfach zur Kenntnis nehmen.“
„Ich gebe ja zu, dass keiner genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann Vater und Mutter begegnen werden und sie werden sicher für uns sorgen.“
„Vater und Mutter? Du glaubst doch wohl nicht an Eltern? Wo sollen denn DIE nun sein, bitteschön?“
„Ohne sie gäbe es uns gar nicht, und Mutter ist sowieso immer um uns herum, die ganze Zeit. Wir sind und leben in ihr und durch sie.“
„So ein Blödsinn! Von einer Mutter habe ICH noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht! Schluss damit!“
„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie leise singen hören. Oder spüren, wenn SIE unsere Welt von außen ganz sanft und liebevoll streichelt. …“

Und wieder spürte Maria zwei kleine Beulen und begann ganz automatisch mit kleinen kreisenden Bewegungen ihrer Hand, diese zu liebkosen. Sie ging ans Fenster, öffnete beide Flügel. Frische Luft dran ein. Sie sog sie tief in sich ein. Sie spürte, wie ihre Hoffnung wich und in ihr Zuversicht und Vertrauen aufkeimten, dass alles gut werden wird. Sie blickte nach draußen, und wusste, das „Gestern“ wird dem „Morgen“ endgültig weichen.

Ich wünsche uns allen ein gesundes, erfolgreiches und friedliches neues Jahr.

Ralf

 

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