Ein Beitrag von Gastautorin Dipl. Psych. Corinna Fleckenstein
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Wie häufig hören wir „Ich bin im Stress! Keine Zeit!“ oder erwischen uns selbst bei dieser Aussage. In der Hektik des Alltags vergessen wir oft unsere eigenen wirklichen Bedürfnisse und fühlen uns gestresst. Für unsere physische und psychische Gesundheit ist es wichtig, Pausen einzulegen, Ruhe zu haben und wieder zu uns selbst zu finden. Zu fragen: „Was brauche ich gerade, was will ich, was würde mir gut tun?“

Ich nenne solche Zeit am Tag gerne die „blaue Zeit“:
Zeit, die nicht mit Terminen gefüllt ist, egal ob beruflich oder durch Freizeitprogramm,
Zeit, die „leer“ ist,
Zeit für „Langeweile“,
Zeit auf sich zu hören, auf sich zu achten. Sich selbst beobachten, hineinhören in sich selbst.

Sich Fragen zu stellen: Was fühle ich gerade? Wie fühlt sich mein Körper an? Wie geht mein Atem? Was nehme ich wahr, wenn ich die Augen schließe?

MBSR (mindfulness based stress reduction), achtsamkeitsbasierte Stressreduktion ist eine Methode, die sich genau mit diesen Fragen beschäftigt. Die Wahrnehmung des Hier und Jetzt wird betont, weder die Vergangenheit noch die Zukunft spielen eine Rolle, ebenso wenig wie ein Urteil oder eine Bewertung des aktuellen Befindens. Das heißt z.B., dass ich meine Atmung gerade wahrnehme und beobachte, aber sie nicht als gut oder schlecht, zu schnell, zu flach, zu unregelmäßig bewerte, sondern lediglich der Atmung folge (Übrigens sehr wirksam bei Einschlafproblemen!).

Im Alltag können Sie selbst erproben, wie häufig Sie achtsam bei sich sind.

Häufig sind wir multi-tasking und nicht achtsam. Wir duschen und planen nebenbei gedanklich unseren Tag, wir essen und lesen dabei Zeitung, wir hören zu und schauen gleichzeitig ins Handy. Achtsam bei sich zu sein bedeutet z.B. Haare waschen und mit allen Sinnen dabei zu sein: Den Duft des Shampoos zu riechen, den Druck der Finger auf der Kopfhaut zu spüren,…

Probieren Sie es aus! Gönnen Sie sich eine „blaue Zeit“ am Tag! Nehmen Sie einmal am Tag BEWUSST wahr… egal ob beim Essen, Duschen, Zähneputzen, Atmen. Schließen Sie die Augen und schauen Sie nach innen. Sie werden sehen, das Stressgefühl reduziert sich und Sie kommen sich und Ihren Bedürfnissen näher. Zeit findet sich dafür, auch wenn Sie glauben, das geht nicht.

Corinna Fleckenstein
Corinna Fleckenstein

Lesetipp: Was ist Achtsamkeitsmeditation?

Buchtipp: „Gelassenheit für Anfänger“ von Ronald Schweppe und Aljoscha Long

Videotipp: „Geführte Meditation für Einsteiger“ von und mit Inga Stendel.

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